Star Trek - Die Zukunft hat begonnen

Als ich in den Nachrichten von einem neuen “Star Trek” Film gelesen habe, war ich skeptsich: Ein neuer Film mit der alten Star Trek Besetzung? Naja fast! Einzig Mr. Nimoy tritt nochmal als Mr. Spock auf und trifft, Raum-Zeit-Kontinuum sei dank, auf sein jüngeres ich.
Die Story ist schnell erzählt: Die Föderation, allen voran die Vulcanier, sollen im Auftrag der Romulaner eine Supernova abwenden, die ihren Heimatplaneten Romulus zu vernichten droht. Doch die Rettungsaktion geht schief und Nemo, einer der letzten überlebenden Romulaner, will nun Rache an den Vulcaniern für ihr Versagen. Durch ein schwarzes Loch, wird Neomas Raumschiff in die Vergangenheit befördert. Hier will er alle Planeten der Föderation zerstören. Der erste soll Vulcan sein. Doch da kommen ihnen die jungen Kadetten der erst kürzlich fertigggestellten Enterprise in die Quere.
Die Story ist in sich stimmig und hat ein sehr ausgewogenes Tempo. Es ist schnell genug, dass der Zuschauer sich in keiner Minute des Films langweilt, aber langsam genug um raum für überzeugende Dialoge zu bieten. Ebenso ausgewogen ist der Einsatz der Schauspieler: Es sind keine Weltstars dabei, dafür aber unverbrauchte, junge Darsteller denen man ohne weiteres ihre Charaktere abkauft. Egal ob Pille, Spock, Ohura oder Zulu: Jeder von ihnen ist ein bedeutender Teil der Handlung, zum ersten mal begreift man sie als eigenständige Charaktere und nicht als seelenloses Werkzeug des Captians.
Genau so wie Story und Besetzung überzeugen können, so kann auch die technische Umsetzung überzeugen: Bereits zu Beginn wird der Zuschauer mit einem Phaser-Gewitter überschüttet, manchmal sind die Schnitte und ruckligen Kamerafahrten jedoch etwas zuviel des Guten. Die Gefahr, das die original Enterprisebrücke von 1966 auf moderne CGI-Effekte trifft konnte zum Großteil abgewendet werden. Natürlich gibt es hier diverse Computerdisplays, aufwendige Beleuchtung etc.. die man anno 1966 noch schmerzlich vermisst hatte. Dennoch hat man die Balance zw. Widererkennungswert und Fortschritt ganz gut gemeistert. Der Maschinenraum der Enterprise wirkt im Vergleich zu dem, was Voyager und Next Generation zu bieten haben geradezu antiquarisch. Auch Kostüme und Waffensystem erinnern ganz klar an die alte Serie, auch wenn der 60s Charme natürlich nicht rüberkommt. Vielleicht auch besser so, denn trotz geschickt plaziertem Humor verkommt der Film nicht zur Parodie, sondern behält sich seine Ernsthaftigkeit bis zum Schluss.
Fazit: Star Trek ist ein genialer Film, der zeigt wie damals alles begann. Er wird Fans und Neulingen gleichermaßen gerecht und bietet eine durchweg gute Unterhaltung.
9/10 Punkte
